Was ich nicht vermissen werde…
3 May
Also, nachdem ich im letzten Beitrag darüber geschrieben habe, was Was ich vermissen werde… an Argentinien, wenn ich Ende dieses Jahres nach Deutschland zurück gehe, folgt hier noch die andere Seite – Dinge die ich ganz sicher nicht vermissen werde. Manches mehr, anderes weniger ernst gemeint.
- Cristina Kirchner!
Ha, was für ein Start, gleich ne faule Tomate in Richtung Präsidentin. Die is aber auch seltsam und unfähig und vieles mehr. Eigentlich nur ein gelifteter, überschminkter und schlecht gekleideter Hampelmann ihres Ehemanns, der vorher das Amt inne hatte. 2011 sind wieder Wahlen in Argentinien. Das Problem ist leider, dass es nicht wirklich viele sinnvolle Alternativen in der Politik gibt. Nun ja, ich darf mich ja dann bald wieder mit Frau Merkel und Guido Westerwave rumärgern, auch nicht besser. - Stinke-Busse.
Die alten Dieselbusse, die durch Buenos Aires tuckern und ihre schwarzen Rußwolken ausspucken, gehören schon seit Jahren verschrottet. Aber hier fahren die noch, bis sie auseinander fallen. - Kleingeld.
Also nix gegen Kleingeld, aber ich hasse dieses ständige Münzensammeln, damit man auch ja Kleingeld für den Bus hat. Die Busse nehmen bisher nur Münzgeld (es gibt schon einige Linien wo man mit einer Magnetkarte zahlen kann) und dann muss man halt sehen, woher man das Kleingeld bekommt. - Chamuyeros.
Das sind die Typen, die einen bei jeder Gelegenheit anmachen und versuchen mit den gruseligsten Komplimenten ihre Chancen zu erhöhen. Bisher konnte ich diesem Typ Mann ganz gut widerstehen, ich finde das Verhalten eher lustig als alles andere. Ok, es gibt/gab Ausnahmen. ;) - Subjuntivo!
Haha, also den ollen Subjuntivo (eine Grammatikform im Spanischen, die mir bis heute noch Kopfschmerzen bereitet) werde ich ganz sicher nicht vermissen. Irgendwie hab ich die Idee ja so halbwegs verstanden, aber verwenden kann ich diese Form noch immer nicht mit 100% Sicherheit. Ich hab auch irgendwann (so nach einem Jahr) aufgegeben, mir darüber Sorgen zu machen, die Leute verstehen mich auch so. - die Extranjera zu sein.
Ja, Ausländerin zu sein ist auf Dauer echt anstrengend. Und es ist schwer, das Ausländer-Dasein zu vertuschen… Beim Sprechen habe ich einen deutschen Akzent (den würde ich ja gern selbst mal hören :), auch sonst bin ich der Durchschnitts-Argentinierin in keinster Weise ähnlich. Man fällt halt auf überall und nirgends, und manchmal nervt das einfach, weil man eben nicht auffallen möchte an so manchen Tagen. - das sehr fleischlastige Lebensmittelangebot.
Ich esse ja schon gern mal ein lecker Steak, aber manchmal will ich einfach nur Salat oder Pasta oder was anderes, eben ohne Fleisch essen. Das Fleischregal im Supermarkt ist riesig, im Vergleich dazu sieht die Obst- & Gemüseabteilung echt erbärmlich aus. Die Auswahl ist nicht sonderlich groß, oftmals verhältnismäßig teuer. Frischer Orangensaft oder O-Saft im Tetrapack ist super teuer, schmeckt nicht mal gut und enthält sowieso Zucker und 50% Wasser. - Einkaufsprobleme.
Online-Shopping wird immer noch skeptisch beäugt und ist darum nicht weit verbreitet. Amazon gibts nicht in Argentinien, müsste man aus den USA bestellen und hoffen, dass alles ankommt. Schuhe gibts nur bis Größe 40. Kleidung ist für meinen Geschmack zu tussig allgemein betrachtet. Preiswerte Kleidung sieht schon im Laden billig und hässlich aus. Technik-Kram kann man hier wegen horrender Importzolle gar nicht kaufen. Und auch Ikea wird hier sehr vermisst! - das noch sehr geringe Umweltbewusstsein.
Beim Einkaufen werden zig Plastiktüten nach Hause geschleppt, kosten ja nix. Dass die dann jahrzehntelang auf Müllbergen vor sich hin rotten, ist scheinbar egal. Mülltrennung gibts nicht. Alles was kaputt ist, wird einfach auf die Straße gestellt, irgendwer nimmt’s schon mit. Spritsparendes Autofahren hat hier noch niemand gehört. Mehrwegflaschen gibts immerhin für Bier, alles andere sind Wegwerf-Plastikflaschen. Immerhin Coca Cola hat kürzlich eine Mehrwegflasche eingeführt.
Gut, das reicht erst mal. :-)
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