Ich bekomme des öfteren Emails von Leuten, die nach Buenos Aires kommen wollen, um hier zu studieren oder eine zeitlang zu leben. Eine der ersten Fragen ist meist:

Wie kann ich eine Wohnung in Buenos Aires mieten?

Die Frage ist durchaus nicht so einfach zu beantworten. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, eine Bleibe zu finden. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Möblierte Wohnung temporär mieten

Fangen wir mal mit der teueresten Variante an. In Buenos Aires gibt es einen riesigen Markt von Agenturen, die möblierte Wohnungen an Touristen vermieten. Die meisten sind super modern hergerichtet, oftmals in bekannten und “trendy” Stadtteilen wie Palermo, Recoleta, San Telmo gelegen. Die Mietdauer beträgt maximal 6 Monate.

Der Haken an der Sache: der Preis. Verglichen mit den (steigenden) lokalen Mieten sind diese unnnglaublich hoch. Zumindest für jemanden, der in Argentinien lebt und ein lokales Einkommen bezieht – wie ich zum Bleistift. :)

Aber für viele ist eine möblierte Wohnung sicherlich eine gute Möglichkeit, eine Weile in Buenos Aires zu verbringen. Bei Google werden eine Menge Websites ausgespuckt bei der Suche nach Apartmens Buenos Aires.
Unmöblierte Wohnung zu lokalen Bedingungen mieten

Wer etwas länger in Buenos Aires bleiben möchte, wird vielleicht darüber nachdenken sich eine eigene Wohnung zu suchen. Eins vorweg: In Argentinien gibt es keinen IKEA!! ;)

Es werden in den meisten Tageszeitungen Wohnungen angeboten, von Immobilienmaklern oder auch Privatpersonen. Die Mietverträge laufen meist über zwei Jahre, können aber vorher gekündigt werden innerhalb einer bestimmten Frist. Voraussetzung ist u.a., dass man eine Garantia vorlegt. Dies ist eine Art Bürgschaft eines Familienmitglieds, welches eine Immobilie in Buenos Aires besitzen muss, um damit bürgen zu können. Selbst für Argentinier ist das schwierig vorzuweisen. Alternativ werden manchmal auch Garantias von anderen Personen (nicht nur aus der eigenen Familie) akzeptiert. Oder eine nicht ganz saubere Variante – man kann Garantias “kaufen”. Einige wenige Vermieter verlangen keine Garantia, dafür aber eine höhere Kaution oder Vorausszahlung der (dann höheren) Miete für mehrere Monate. Es gibt also immer einen Weg irgendwie. Hilfreich sind wie so oft Connections. Jemand der jemanden kennt, der jemanden kennt der einem helfen kann.

Einige Websites für die Wohnungssuche:

WG-Zimmer mieten

Eine Alternative zur eigenen Wohnung ist das Mieten eines Zimmers in einer Wohngemeinschaft. Der Luxus der eigenen vier Wände fällt hier natürlich flach. Dafür ist dies die einfachste Möglichkeit, für wenig Geld in Buenos Aires unter zu kommen. Viele Studenten vermieten Zimmer, aber auch Familien, die ein Zimmer in ihrer Wohnung frei haben. Für ein Zimmer zahlt man ungefähr 300 USD pro Monat in einer zentralen Gegend, preiswerter geht’s auch. Dann allerdings in etwas abgelegeneren Ecken und/oder wenig komfortablen Wohnungen. Ein Mietvertrag wird meistens nicht abgeschlossen, alles wird persönlich mit dem Vermieter/Mitbewohner geregelt. Papiere, Garantia o.ä. sind daher nicht notwendig und eine Kündigungsfrist gibt es meistens auch nicht.

Websites mit Angeboten zu WG-Zimmern in Buenos Aires:

Und selbst?

Als ich in Buenos Aires angekommen bin vor nunmehr einem Jahr und drei Monaten (wie die Zeit vergeht…), habe ich erst mal in einem Hostel gewohnt und mich auf die Suche nach einem WG-Zimmer begeben. Ich wurde schnell fündig und haben für drei Monate zusammen mit zwei Mädels aus Deutschland in einer WG gewohnt. Eigentlich war es nicht mein Ziel, mit Leuten aus Deutschland zusammen zu wohnen, aber das ergab sich damals so und für den Anfang war’s gar nicht so schlecht.

Später bin ich dann in meine jetzige Wohnung gezogen. Diese war vorher das Büro der Firma wo ich arbeite. Die lustige Idee, ich könnte doch im “Büro” wohnen, kam irgendwann von meinem Chef auf. Und je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr gefiel mir der Gedanke. Das gute daran: Der Mietvertrag läuft auf den Namen meines Chefs, d.h. ich konnte mir viele Nerven sparen und musste nur mit dem Vermieter reden, dass jetzt ich dort wohnen werde, sich sonst aber nix ändern wird. Ok, der Vermieter hat diese Chance gleich mal genutzt und den Mietpreis bei meinem Einzug um 200 Pesos erhöht, aber damit konnte ich leben. Der Preis von inzwischen knapp 1.500 Pesos ist immer noch in Ordnung für die Wohnung und die Lage. Und ausserdem muss ich nur 5 Minuten bis zum neuen Büro laufen, das ist perfekt!