Rock’n'Roll zum Sonntag: The Police, Kurt Cobain, Joy Division und Flaming Lips
10 Mar
Uff, also empfehlen möchte ich das niemandem – vier Filme an einem Tag anschauen macht doch irgendwie matsch im Kopf. Vor allem wenn man nur ca. 30min Pause zwischen den Filmen hat und das gerade mal dazu ausreicht, aus dem Saal auf die Stasse zu flüchten, sich in die Schlange für den nächsten Film einzureihen und vielleicht noch für ne Zigarette.
Aber es hat sich gelohnt! Am Sonntag gings beim In-Edit Filmfestival schon um 15 Uhr los mit
Everyone Stares: The Police Inside Out
Eine interessante und witzige Doku über The Police. Das besondere daran: Stewart Copeland, der Schlagzeuger der Band, kaufte sich 1978 eine Super 8 Kamera und verfolgte ab dann die Entwicklung des Trios bis zur vorübergehenden Trennung 1984. Verwackelte, aber authentische Bilder der Bandgeschichte.
Nach kurzer Verschnaufpause ging’s weiter mit
Kurt Cobain – About A Son
Ich zitiere mal eine gelungene Rezension von Amazon:
… Diese experimentelle Dokumentation basiert auf hunderten Stunden Tonmaterials, das Michael Azzerad innerhalb eines Jahres (92 bis 93) durch Gespräche mit Cobain zusammengetragen hat, woraus dann die Biografie “Come As You Are” entstand. AJ Shack verwendet dieses bisher unveröffentlichte Material nun dazu, Kurt Cobains Leben in dessen eigenen Worten nachzuvollziehen. Während wir Kurts Anekdoten lauschen, zeichnet Shack dessen Leben mit Hilfe von zeitgenössischen Bildern der Städte Aberdeen und Seattle nach. Wir sehen Portraits der Einwohner, Straßenzüge, künstlerische Animationen. Untermalt von Musik, die Kurts Leben begleitet hat, entsteht das Portrait eines jungen Mannes, dessen größter Wunsch der einer intakten Familie, von Ruhe und Frieden ist und der schließlich doch an seinen Dämonen scheitert.
Shack gelingt eine extrem sensible Dokumentation, die zeigt, dass das Schiksal Kurt Cobains letztlich, in dessen eigenen Worten, ein unspektakuläres ist – “Im just a product of a spoiled America”.
Nach diesem recht ernsten Film, der einem ein bisschen die Gedankengänge Kurt Cobains nahe bringt, wartet ein weiteres Highlight auf uns:
Joy Division
Eine interessante Doku über eine der wichtigsten Bands der Post-Punk Bewegung und des Dark Wave in den 80ern. Nach einem Konzert der Sex Pistols beschliessen Peter Hook, Bernard Albrecht und Terry Mason eine Band zu gründen - Joy Division. Ian Curtis meldete sich kurz darauf auf eine Anzeige und stieg als Sänger ein. Leider endete die Zeit von Joy Division nach knapp zwei Jahren recht apprupt: Zwei Tage vor der Amerika-Tour von Joy Division beging Ian Curtis Selbstmord. Er litt an Epilepsie und hatte auch persönliche/familiäre Probleme. Die anderen Bandmitglieder formierten sich kurze Zeit später neu mit der Band New Order.
Netterweise wurden im Kino kostenlos ein paar Cocktails vom Sponsor Cinzano verteilt, so konnten wir uns noch etwas aufmuntern und in den letzten Film starten:
Flaming Lips - Fearless Freaks
Als gröhnenden Abschluss des anstrengenden Film-Wochenendes gab es eine witzige, verrückte und spannende Doku über die Band Flaming Lips. In der Doku Flaming Lips – Fearless Freaks erzählt der Sänger der Band, Wayne Coyne, in witziger Form über die Entstehung der Band, ihre verrückten Ideen und Aktionen. Ein Beispiel: Die Band wollte eine 4-fach CD veröffentlichen, wobei man alle 4 CDs zur gleichen Zeit abspielen muss um die Musik zu hören. Nach kurzer Diskussion mit der Plattenfirma einigte man sich darauf, das ganze auf 2 CDs zu beschränken – wer hat schon 4 CD-Player zuhause?
Nach diesem Film-Marathon wurde ich netterweise zuhause von meinem lieben Mitbewohner mit lecker Pizza empfangen. Dann ging’s mir wieder gut. :)
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