Brasilien in Buenos Aires

3 Aug

Freitag abend war mal wieder Abschied nehmen angesagt. Das passiert hier recht häufig, wenn Leute, die man in der Sprachschule kennenlernt, Buenos Aires nach viel zu kurzer Zeit wieder verlassen. Dieses Mal ging für Maurício (aus Sao Paolo), der uns allen innerhalb kürzester Zeit ans Herz gewachsen ist, die Zeit in Buenos Aires schon wieder zuende. Dabei hatte er seine Reisepläne noch kurzfristig geändert und Uruguay vom Plan gestrichen, damit er noch eine Woche länger in Buenos Aires bleiben kann. Gute Entscheidung!

Zur Feier des Abends gingen wir erst mal lecker essen ins kleine Restaurant Los Tucumanos Ruiz, wo es angeblich die besten Empanadas der Stadt geben soll. Lecker waren sie auf jeden Fall! Das beste war allerdings die super Atmosphäre in dem kleinen Laden. Ein älteres Ehepaar aus Tucuman (eine Provinz im Norden Argentiniens) betreibt das Geschäft sehr liebevoll. Wir wurden herzlich bedient und am späteren Abend – der kleine Raum war voller Gäste – forderte der Chef des Hauses einen Gast (eine Frau die aus der gleichen Provinz kommt) auf, doch etwas zu singen. Und schwups ging’s los und die Gitarre wanderte durch den ganzen Raum. Jeder der mal was singen wollte, war willkommen. Ich hab das Angebot vorsorglich (zum Wohle der Gäste) abgelehnt. Das war soooo eine tolle Stimmung, echt unglaublich. Man lacht und singt einfach so mit fremden Leuten… sowas kennt man als unterkühlter Europäer eher weniger. Aber auch die zwei Brasilianer und Jacob aus Boston waren sehr angetan von der Atmosphäre.

Nachdem wir lecker gegessen und noch leckereren Rotwein getrunken hatten, sind wir ein paar Straßen weiter ins Shamrock gegangen – eine Art Irish Pub, so sagt man ihm zumindest nach, obwohl ich nicht so viel typisch irisches gesehen habe außer vielleicht die Biersorten auf der Karte. Lecker Cocktail, aber viel zu laute Musik. Also musste eine Alternative her. Jacob verabschiedete sich schon von uns, da er am nächsten Tag früh raus musste. So waren wir nur noch zu viert – Maurício, Marcos, Maggie und ich. Die “vier Ma’s” – wie wir irgendwann früh morgens überraschend feststellten. :-)

[caption id="" align="alignright" width="240" caption="Ein Tanzversuch mit Mauri... oh weh!"Ein Tanzversuch mit Mauri... oh weh!

Und da Maurício und Marcos aus Brasilien kommen, Maggie ein großer Fan brasilianischer Musik ist, stand die Entscheidung schnell fest: ein Club mit brasilianischer Musik, ich glaube er hieß Maluco Beleza. Dort wurde dann gelacht und getanzt (ja, sogar ich!) die ganze Nacht bis morgens früh, Kulturschocks inklusive: Zu brasilianischen Rhythmen die Hüften schwingende Punkrocker (also rein optisch waren diese dem Punk verschrieben) haben mich etwas irritiert, aber lustig sah’s aus! Und dann dieses Phänomen, dass offenbar jeder Brasilianer von Geburt an perfekt tanzen kann. Der Laden war voll mit Brasilianern, nur vereinzelt ein paar Argentinier u.a. Da schaut man dann beeindruckt auf wackelnde Hintern, sich in gleichem Rhythmus bewegende Menschen. Teilweise hat mich das Gezappel ein wenig an dieses Sommerhit-Trauma in Deutschland erinnert, wenn jemand so einen Tanz zum Song erfindet und den dann die ganze Welt mitwackelt. Nur sah es hier um einiges ansprechender aus. :-)

Irgendwann hatten wir dann genug und sind wieder an die frische Luft gegangen, die uns augenblicklich allesamt hungrig machte. Großstadt sei dank fand sich auch problemlos ein Restaurant in der Nähe, das auch Samstag morgens um 5.30 Uhr noch seine Gäste bedient, auch wenn die nicht mehr ganz so nüchtern sind, zumindest was Marcos anging, der ein wenig zu oft ins Whisky-RedBull Glas geschaut hatte. Aber so eine leckere Pizza am Morgen hat uns dann alle glücklich und zufrieden gemacht. Danach gings schnell heim ins Bett – als grad die Sonne aufging.

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One Response to “Brasilien in Buenos Aires”

  1. Alex 04. Aug, 2008 at 18:06 #

    In Chile gibt’s Irish Pubs, die stilecht ausgestattet sind – nur irisches Bier gibt es dort nicht. (Gesehen in Santiago).

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