Presseschau Argentinien: Der andauernde Konflikt & (traurige) Fußballgeschichte

1 Jul

Damit ihr auch immer auf dem Laufenden bleibt, was in Argentinien so passiert, werde ich hier ab und an einige lesenswerte News verlinken. Für heute empfehle ich diese Nachrichten:

Stern.de: Argentiniens Präsidentin – Schön und ein bisschen demokratisch
Lebensmittel sind knapp, die Preise explodieren. Das Agrarland Argentinien ist in der Krise. Nur die Exporteure verdienen wie nie. Die Argentinier wenden sich von ihrer Präsidentin Cristina Fernández ab. In ihrer Not besinnt sich die modebewusste Staatschefin auf die Gepflogenheiten der Demokratie.

Sehr ausführlicher und interessanter Artikel über die momentane Situation in Argentinien bezüglich der andauernden Proteste der Landwirte gegen die Erhöhung der Exportzölle auf Sojaprodukte. Inklusive eines “Seitenhiebs” auf die Eigenarten der Präsidentin: “Und in der Casa Rosada, dem Regierungspalast, herrscht eine Präsidentin, die gesagt hat, sie würde selbst im Falle eines Erdbebens nicht ungeschminkt auf die Straße laufen. In hochhackigen Schuhen, versteht sich.”.

Konrad-Adenauer-Stiftung: Argentinien in Aufruhr – 100 Tage Konflikt (PDF)
Was für ein trauriges Jubiläum. Der Konflikt zwischen der Regierung und dem „Campo“, der argentinischen Landwirtschaft, erreichte am Donnerstag den 17. Juni 2008 die 100-Tage Marke. Doch schon längst geht es um viel mehr als die unverhältnismäßig hohe Anhebung der Abgaben auf Exporterlöse, die am 11. März 2008 den Beginn des Konflikts markierte . Die Maßnahmen der Regierung Kirchner zur Durchsetzung ihrer Interessen spalten die Bevölkerung und sorgen für landesweite Protestaktionen, die stark an das Szenario von 2001 erinnern, als die Proteste in Buenos Aires die Regierung De la Rua stürzten.

Ein detaillierter Bericht über die aktuelle Situation in Argentinien auf 6 Seiten PDF. Darin wird u.a. erklärt, dass es bei den Protesten längst nicht mehr nur um die angestebten Steuererhöhungen für Sojaexporte geht. Das ganze politische System wird in Frage gestellt, die Mehrheit der Argentinier ist mit der Regierung unzufrieden und die andauernden Proteste verschlechtern die wirtschaftliche Lage des Landes. Die von der Regierung beschönigten Statistiken zur Inflationsrate (9% – laut unabhängigen Instituten sind es jedoch 25-30% für 2008) sind ein weiteres Thema, das die Menschen aufregt. Alles sehr kompliziert, und ich blicke bei vielen Dingen noch immer nicht durch.

Süddeutsche.de: Fußball-Historie:  Jubel in Hörweite der Folterkammern
Vor 30 Jahren gewannen Argentiniens Fußballer ihren ersten WM-Titel – für den Sport war es eine verheerende Niederlage.

1978 wurde Argentinien Fußball-Weltmeister im eigenen Land. Was neben dem Turnier in Argentinien passierte, wie die Sportler für politische Aktionen missbraucht und Spielergebnisse – so sagt man – manipuliert wurden, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen. Erschreckend.

… Ich hoffe in der nächsten Presseschau ein paar positivere Nachrichten verbreiten zu können. :)

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