Ein (mehr oder weniger) normaler Tag in Buenos Aires
10 Jan
Nach einer langen Nacht in einer Milonga in San Telmo bin ich heute morgen wie immer um 8 Uhr aufgestanden um mehr oder weniger pünktlich um 9 Uhr in der Sprachschule zu sein. Der Bus war wieder sehr gut besucht, so dass ich fast verpasst habe auszusteigen… aber ich war sogar 5 Minuten vor 9 Uhr in der Schule. Müde, aber anwesend! Im Gegensatz zu Dan, der sich noch bis ca. 10 Uhr Zeit lies. Tze!! Der Unterricht war wie immer ganz interessant und lustig (also wirklich jetzt!), bis kurz vorm Mittag der Strom gekappt wurde. D.h. kein Licht, kein Ventilator… Zum Glück war es heute nicht ganz so heiß (nur ca. 28°C) wie die letzten Tage (ca. 40°C). Also ging’s ohne Strom weiter, dieser kam nach ca. 2 Stunden wieder zurück an die Arbeit. Gestern fiel der Strom am Nachmittag auch mal für ein paar Stunden aus. Die Leute scheinen da schon dran gewöhnt zu sein, zumindest regt sich da scheinbar niemand mehr großartig auf. Gibt’s halt mal kein Internet, keine Türklingel, kein Telefon, kein Licht…
Nach dem Unterricht (14 Uhr) wollte ich eigentlich heim um etwas Schlaf nachzuholen. Aber das Wetter war so angenehm schön, dass ich noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen bin und etwas Geld in mehr oder weniger nützliche Dinge investiert habe. Großes Abenteuer hier für micht ist z.B. Schuhe zu kaufen, da die meisten Schuhe nur bis Größe 40 produziert werden, ich aber blöderweise 41 habe. Aber ich habe festgestellt, dass auch Schuhe in Größe 40 manchmal passen… Kleidergrößen sind ein anderes Abendteuer. Heute hatte ich noch versucht eine Hose zu kaufen. In einem Geschäft gab es Kleidergrößen die ich nicht kannte oder manchmal gar keine Angaben, war sehr abenteuerlich. Dort musste ich immer die größte Größe nehmen – XL! Wie gemein! Im nächsten Laden gab’s dann wieder die bekannten Größen und ich hab noch in die M gepasst. Phu, Glück gehabt!
Auf dem Rückweg zur Wohnung hab ich die Subte (U-Bahn) genommen, diesmal sogar kostenlos, die Ticketverkäuferin hat uns einfach durchgewunken, keine Ahnung warum. Na ja, 90 Centavos gespart. ;) Im Supermarkt hab ich dann noch versucht, ein paar Zutaten für die lecker Caipirinha-Creme zu kaufen, die’s auch auf meiner Abschiedsparty gab. Gar nicht so einfach, Gelatine hab ich nicht gefunden und Limetten gab’s auch nicht. Aber ich denk das finde ich morgen noch… Die Caipi-Creme gibt’s morgen Abend als quasi Mitbringsel-Geschenk für die Geburtstagsparty von einem der Spanisch-Lehrer. Das Verkaufssystem in den Supermärkten ist auch ein etwas anderes manchmal. Zum Beispiel ist nicht immer die größte Packung die verhältnismäßig günstigste, oder nicht immer stehen die günstigen Sachen ganz unten und die teuren auf Augenhöhe. Die Mischung der Produkte ist manchmal auch ganz witzig, in einem “Hypermarket” (also einem “supergroßer Supermarkt”) standen die Kühlschränke zum Verkauf direkt neben den gefüllten Kühltruhen mit Tiefkühlessen.
Zurück zu meinem Tag… der endet heute recht früh, ich hab eben noch ein paar Empanadas gegessen, werde evtl. noch die Hausaufgaben für morgen machen (oder mich morgen entsprechend rausreden…) und dann geht’s ab ins Bett!
Ziemlich langweilig eigentlich, oder? Deshalb erzähl ich noch ein wenig von gestern. :) Ein heißer Tag, an dem man sich nicht bewegen möchte… deshalb bin ich einfach in der Schule geblieben weil’s da so nett ist, habe mir einen Haufen neuer Musik auf meinen Laptop gezaubert von Ángel (muchas gracias, negro! ;)), und dabei habe ich einen neuen Favoriten für mich entdeckt: Andres Calamaro.
http://youtube.com/watch?v=z6GeQPe997I
Abends haben wir spontan beschlossen, uns in San Telmo zu treffen um was zu essen und danach in eine Milonga zu gehen. Treffpunkt war die neue Bleibe von Dan in San Telmo – eine WG zusammen mit einem Argentinier (Name vergessen, oops) – ein Architekt! Dementsprechend irre ist auch die Wohnung. Suuuupertoll!! Mit einem unglaublicen Blick über die Stadt. Herrlich! Kurzer Schwatz in der Küche und dann ging’s mit Dan (aus Portland) und Greg (Franzose) in ein Restaurant. Lustige Truppe wir drei – wir haben die ganze Zeit Spanisch gesprochen, super! Nur der Kellner wollte einfach nicht spanisch mit uns sprechen, nachdem er erfahren hat wo wir so herkommen. Das ging ungefähr so: Ich: “Para mi las raviolis con verdura por favor, y un aqua sin gas!” Antwort: “And wich sauce do you like.” Ich: “Ah si, con pesto por favor.” Er: “Ok, thank you.”… und so weiter. Ich glaub der wollte mal wieder sein Englisch üben… aber nett war er trotzdem. :) Nach dem lecker Essen ging’s etwas verspätet (23 Uhr war ausgemacht, inzwischen war es kurz nach 24 Uhr) in die Milonga wo Bright, ein ehemaliger “Mitschüler” der Sprachschule, seine Tangokünste unters Volk bringt. Magdi, die Chefin der Sprachschule, kam auch noch dazu. Seeehr schön, gute Tänzer, tolle Musik, und die Milonga war auch eine nette Location! Und plötzlich fing es draußen ganz heftig an zu regnen – das erste mal seit langem, dass ich mich so doll über Regen gefreut habe! Dieser hat endlich etwas Abkühlung und saubere Luft gebracht.
Gegen 2 Uhr morgens dachten wir langsam darüber nach, dass wir mal schlafen gehen sollten. Magdi hat Greg und mich netterweise noch in ihrem Auto mitgenommen. Vor der Abfahrt mussten wir aber noch ein kleines Problem lösen – das Kabel des Kopfhörers fürs Handy von Magdi hatte sich irgendwie bei der Hinfahrt auf misteriöse Weise um das Lenkrad verwickelt… wir haben wie verrückt versucht, das ganze zu entknoten – ohne Erfolg! Also mussten wir Gewalt anwenden und das Kabel zerstören. Seitdem funktioniert auch die Hupe des Autos nicht mehr. Das ist für den Straßenverkehr in Buenos Aires fast nicht machbar ohne Hupe zu fahren! Aber na ja, zu spät. Eine kleine Irrfahrt bei strömendem Regen durch die Stadt und gegen 3 Uhr war ich dann zuhause. :)
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Hallo Mandy,
seit ein paar Wochen lese ich jetzt fleissig Deinen Blog und dachte ich lasse auch mal eine Kommentar da :)
Ich wohne hier in New York mit einer Argentinerin aus Buenos Aires. Die ist ganz begeistert, dass ich eine deutsche Freundin habe die jetzt eben in Buenos Aires ist. Sie will dann auch immer alles ganz genau wissen, was Du so schreibst. Das Video von der Demo fand sie toll, sie filmt bei uns in der WG auch immer alle moeglichen Lebenslagen :) Leider verlaesst sie uns morgen :(
Finde schoen wie Du schreibst. Da ich selbst blogge interessiern mich nicht nur die Inhalte sondern natuerlich auch der Schreibstil.
Bin gespannt auf mehr….vorallem das Alltagsleben…
Liebe Gruesse aus NYC, Synke